Arbeiten im Ausland

Hallo aus Uruguay,

arbeiten Im Ausland ist nicht wie arbeiten in Deutschland.

Ich beziehe mich nun auf Uruguay, kenne, durch meine frühere Tätigkeit als Transporteur im Internationalen Fernverkehr und durch meine vielen Aufenthalte im Ausland auch andere Länder. Es verhält sich bis auf Deutschland immer ähnlich.

Ganz wichtig zu verstehen ist:

In Deutschland lebt man um zu arbeiten!

In der restlichen Welt:

Arbeitet man um zu leben!

Damit wäre eigentlich schon mal alles gesagt!

Dennoch möchte ich das noch etwas näher erläutern.

Ich habe mich nun hier in Uruguay mit einigen angestellten, vornehmlich Damen, über ihre Anstellung unterhalten. Meine Fragen diesbezüglich waren, wie lange diese arbeiten müssen und was sie für diese Arbeit im Monat an Lohn erhalten.

Und nun haltet Euch fest!

geistige_arbeitArbeitszeit, wie in Deutschland ca. 180 Stunden im Monat bei einem Vollzeitjob. Verdienst für diese Tätigkeit umgerechnet 410,–€ es können auch 600,–€ oder wenn es was ganz spezielles ist auch mehr werden.  In der Regel aber dürfte es meist immer weit unter 800,–€ pro Monat liegen.

Somit ist es kein Wunder, dass in Uruguay das Familienleben noch sehr groß geschrieben wird und sich ganze Generationen unter einem Dach aufhalten. Wie soll sich jemand mit solch einem Verdienst  eine eigene Wohnung oder gar ein Haus leisten können? Von einem eigenen Auto ganz zu schweigen.

Die Preise zum Leben liegen auch nicht unbedingt unter denen von Deutschland.

Die Jobs der Befragten waren unterschiedlich. von der Rezeptionistin in einer Wohnanlage über die Bürokraft bis hin zur Verkäuferin in einer Boutique.

Also vornehmlich einfache Berufe und keine Spezialisten.

koerperliche_arbeitNehmen wir dann noch meine eigenen Erfahrungen mit den Handwerkern hier in Uruguay.

Handwerker arbeiten hier nicht auf Stundenlohn sonder werden pro Tag bezahlt. Die Preise richten sich nach dem Können des jeweiligen. So nimmt der mit mir befreundete (Meister) mittlerweile ca. 100,–€ am Tag. Sein Neger (Negrito) so werden dunkelbraune hier scherzhaft genannt und niemand fasst dies als Beleidigung auf.

Als Neger bezeichnet man auch jemanden der nur auf Anweisung des anderen arbeitet weil er nicht in der Lage ist komplizierte Arbeiten eigenständig zu erledigen. Diese Erklärung nur an die gerichtet die sich gleich wieder über den Neger aufregen. Andere Länder andere Sitten.

Also sein Neger bekommt dann noch pro Tag die Hälfte von dem was der Meister bekommt. In diesem Fall ca. 50,–€ am Tag.

Die Arbeitszeit ist fließend, mal geht es um 8.30uhr los, anderer Tag um 9Uhr um 12 Uhr wird aber Mittag gegessen oder Negrito muss sein Kind vorher noch von der Schule abholen, dann hört er auch schon vor 12uhr auf. Die Pause geht dann so bis 13.30 oder auch mal 14 Uhr., dann wird nochmals so bis 17Uhr ran geklotzt. Na ja so richtig klotzen kann man dies auch nicht bezeichnen. Ein Schwätzchen zwischen durch, oder das Eine oder Andere Teil was fehlt noch holen usw. irgendwas unterbricht den Arbeitskreislauf immer. Und wenn es denn anfängt zu regnen. Ja dann geht mal gerade gar nichts mehr. Dann wird die Arbeit nieder gelegt und auf den nächste Tag verschoben.

Wenn man also solche Arbeit per Stunde bezahlen müsste würde man arm werden.

Und denke niemand, dass da jemand eine ordentliche Berufsausbildung gemacht hat. Entweder man kann es oder nicht. Leider sind viele unterwegs die meinen sie können es und hinterher stellt sich heraus sie konnten es irgendwie doch nicht 🙂

An meiner Baustelle kann ich sagen, er kann es, aber was die beschrieben Arbeitszeiten angeht da lief es nämlich genau so ab wie ich es beschrieben hab. Denke einige Derer die in Uruguay anwesend sind werden das so oder so ähnlich bestätigen können.

Übrigens läuft es in Thailand auch so. Das habe ich selbst erlebt. Somit wird es in anderen Ländern ähnlich so sein.

Diese Verhalten ist somit der beste Beweis für meine obige Aussage:

In anderen Ländern arbeitet man um zu leben.

Vielleicht kann nun mancher von Euch seine Gedanken, dass man im Ausland direkt Arbeit findet um dort damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen neu ordnen. Nein und nochmals Nein. Da wartet niemand nur auf Euch und mal ganz ehrlich, wer von Euch wäre bereit, für solch einen Lohn wie ich vorhin genannt habe so lange zu arbeiten?

Denke da wird es nicht viele geben.

Aber als Selbständiger findet man, wenn man eigene Ideen hat immer noch die Eine oder Andere Verdienstmöglichkeit. Und sei es man verkauft deutsches Essen am Imbiss!

Deutschland hat im Ausland noch immer seinen Namen. Für einen Deutschen wie mich unverständlich weil ich weiß das Deutschland schon sehr lange nicht mehr das ist was es einmal war, sonst wäre ich ja nicht ausgewandert. Woher aber soll dies ein Einheimischer wissen, der um sein täglich Brot mehr kämpfen muss als es ein Deutscher je tun musste.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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