Ausgewandert und nicht da!

Die schweren Momente in der Ferne!

Hallo aus Uruguay,

ja auch dieses gibt es, die schweren Momente die man erlebt wenn man im Ausland lebt. Jeder der auswandert lässt unwiderruflich etwas aus seinem Leben zurück.

Die Kinder und Enkelkinder, die Eltern oder auch noch die Großeltern.

Und somit sind die schweren Moment vorprogrammiert. Die Entfernungen um mal eben so zurück zu fliegen sind zu groß. Die Kosten dafür zu hoch. Also bleibt einem nichts anderes über als mit den Gegebenheiten fertig zu werden. Auch wenn es manchmal sehr schwer fällt.

Dabei ist es egal ob es sich um einen freudigen oder gar traurigen Anlass handelt.

In den nun fast 8 Jahren meiner Auswanderung nach Uruguay gab es nun mehrfach Fälle bei denen ich mir gewünscht hätte nicht hier zu sein wo ich bin.

Skype Versammlung!

Skype Versammlung! Drei Enkel Tochter und Schwiegersohn 🙂

Der freudigste Grund war die Geburt meiner 3. Enkeltochter mit der ich persönlich eigentlich niemals mehr gerechnet hätte.  Die süße Maus kennt ihren Opa lediglich per Skype und ob wir uns jemals persönlich in den Arm nehmen können…. wer weiß!

Oma und Urenkelin

Oma und Urenkelin! Heute selbst Mutter von 3 Kindern.

Die anderen Gründe für einen möglichen Rückflug wären ein Wiedersehen mit meinem schwer MS kranken kleinen Bruder und seiner Familie in der es auch mehrfachen Familienzuwachs gab oder auch und das ist der eigentlich Grund der mich zu diesem Artikel inspirierte, ein Besuch bei meiner Großmutter welche gestern ihren 104. Geburtstag erleben durfte und mit der ich heute zu sprechen versuchte nachdem ich gestern nicht zu ihr durchgekommen bin.

Das Gespräch allerdings machte mich sehr nachdenklich, denn im Gegensatz zum letzten Jahr wo noch ein klares Gespräch möglich war, konnte ich heute den Zerfall trotz der großen Entfernung spüren. Ob es nochmals ein Gespräch geben wird kann ich klar in Zweifel ziehen und es ist davon auszugehen, dass sie den 105. nicht mehr erleben wird.

Genau das wäre jetzt ein Grund sie nochmals persönlich sehen zu können.  Bringen  würde es allerdings nichts mehr denke ich. Sie hat mich wohl am Telefon erkannt. Ob sie aber alles was ich ihr so sagte auch verstanden hat, dessen bin ich mir überhaupt nicht so sicher.

Ein Rückflug zu ihrem Begräbnis welches wohl in nicht mehr all zu ferner Zukunft stattfinden wird, macht sie dann auch nicht mehr lebendig. Da halte ich es genauso wie beim Tod meiner Mutter, ihrer Tochter! Sie wurde auch ohne mich zu Grabe getragen.

Es ist eh nur die Hülle die dann verscharrt wird. Die Seele hat mir noch tschüss gesagt, dessen bin ich mir vollkommen sicher.  In unserem nächsten Sein werden wir uns wieder treffen. Dies sagte ich auch heute noch meiner Oma. Ich hoffe sie hat es verstanden.

Jeder der auswandert sollte also auch im Voraus bedenken, in wie weit er noch Familie hat und wie stark seine Bindungen sind. 

Nie hätte ich persönlich jemals daran gedacht wie schwer das doch sein kann. Die Bindungen sind da, selbst wenn man Jahrzehnte lang nicht unbedingt einer Meinung war.

An so einem Tag wie heute, denkt man dann an Alle. Sohn, Töchter, Enkel, Onkel und Tanten.

Bist Du mal ausgewandert, sind sie sehr weit weg und es bleiben nur noch die lebendigen Erinnerungen! Wohl dem der noch Fotos hat., die ich leider vergaß einzupacken weil die 45 Kilo mit denen ich das Land verließ doch anderweitig belegt waren.

Dass ich die vorher hätte einscannen und in irgendeinen Speicher hätte legen können, auf die Idee bin ich leider nicht gekommen.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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