Fehlschlag oder wieder zurück!

Die Rückkehr nach Deutschland!

Schon am Airport fängt das Dilemma an!

Schon am Airport fängt das Dilemma an!

Hallo aus Uruguay,

Nein nein nun keine Angst ich will auf keinen Fall mehr zurück dennoch schreibe ich über meine Erfahrungen die ich mit einer Rückkehr nach Deutschland machte, denn ich hatte ja schon einmal versucht nach Thailand auszuwandern, was dann letztendlich nicht klappte. Allerdings war ich 8 Monate in Thailand und bin dann zurück gekehrt.

Was also passiert, wenn man nach so lange zeit wieder in Deutschland aufschlägt?

Das Erste was einem auffallen wird, ist, dass es in Deutschland sehr geregelt zu geht. Das fängt schon am Flughafen an, wenn man aus dem Flieger kommt und seinen Reisepass vorzeigen muss. Da herrscht manchmal ein Ton der an die Bundeswehrzeit erinnert.

Das Zweite wird dann das Autofahren sein. Nirgendwo auf der Welt, welche ich besucht habe, fährt man schlimmer Auto als in Deutschland. Amerika soll, glaube ich, noch schlimmer sein hab ich mir sagen lassen. Aber Deutschland ist schon schlimm genug.

Warum?

Nun ganz einfach! In Deutschland ist nun Mal alles geregelt und die deutsche Autofahrer Mentalität ist die, dass der Deutsche erst einmal Recht hat. Hat er kein Recht, hat er eine Rechtsschutzversicherung.

Der Deutsche fährt mit Scheuklappen und Handy am Ohr. 😛

Im Ausland dagegen achtet man noch auf den Anderen und fährt vielleicht verrückter aber mit weniger Unfällen.

Die sind die ersten Eindrücke welche mich immer wieder bei einer Rückkehr nach Deutschland so überrascht haben.

So was passiert nun wenn man wieder in Deutschland angekommen ist?

Wohl dem, der noch einen Wohnsitz hat!

Wohl dem der noch ein Bankkonto hat.

Da in Deutschland nun Mal ein Meldegesetz gilt und jeder angemeldet sein muss, bekommt man nur Papiere wenn man einen festen Wohnsitz vorweisen kann.

Dazu benötigt man eine Wohnung – Wohnsitz.

Diese bekommt man aber nur wenn man ein geregeltes Einkommen nachweisen kann. Dieses Einkommen kann man aber nur erzielen wenn man einen Job hat und für den benötigt man eine Lohnsteuerkarte oder das was es heute dafür gibt. Diese Lohnsteuerkarte bekommt man aber auch nur wenn man einen festen Wohnsitz hat.

Wer nach seiner Rückkehr in diesen Kreislauf gerät, hat so gut wie keine Chance mehr ohne fremde Hilfe in Deutschland auf die Beine zu kommen.  Alleine geht das ja noch. Wenn Du aber mit Familie gescheitert bist. Oh weh!

Gleiches gilt natürlich auch wieder für ein Bankkonto. Auch dieses bekommst Du nur mit Wohnsitznachweis.

Ich habe diesen Kreislauf durchgemacht und nur mit sehr viel Glück und Hilfe bin ich wieder auf die Beine gekommen, es hat lange gedauert bis ich mich davon erholt hatte.

Wer also auswandert sollte schon recht sicher sein, dass er auch weg bleiben will. Wer auf sicher geht meldet sich auf dem Einwohnermeldeamt für einen längeren Urlaub ab und versucht seine Wohnung oder Meldeadresse und Bankkonto bei zu behalten. Denn bist du erst Mal weg dann biste weg.

Natürlich kann man andersherum auch einen Schuh daraus machen wenn man dies im Vorfeld weiß.

Dann macht man es so wie ich es gemacht habe. Man schließt die Tür nach Deutschland  so zu, dass man sie nicht mehr freiwillig aufmachen möchte. Somit zwingt man sich dazu dort Fuß zu fassen wohin man ausgewandert ist.

Man überlege, wenn ich heute wieder zurück ginge,  was würde mich in Deutschland  erwarten?

Mit fast 60 bekäme ich keinen Job mehr. Ich hätte von Anfang an keinen Wohnsitz. Letztendlich müsste ich sehen, das ich bei meinen Kindern unter käme, die haben aber selbst nicht genug zum leben. Rente bekäme ich auch keine, mir blieb also nur der Weg zu einem Amt. Soll ich dieses Horrorszenario noch weiter beleuchten?

Dann hat sich Deutschland verwandelt, es ist in der lange Zeit in der ich weg bin, nicht freier geworden. Die Gründe für mein Auswandern sind auch nicht beigelegt. Manch Einer hätte vielleicht noch eine Rechnung mit mir offen und stünde sofort parat um mir sobald ich nur einen Fuß wieder vor den Anderen setzen könnte, einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Nö Leute, schon die Gedanken an das was passieren würde, ließe mich davor zurück schrecken.

Deswegen, wer Auswandern möchte, der muss es sich sehr gut überlegen was er im Fall des Fehlschlages macht um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen.

Der Weg, so sagen ich immer, findet sich beim gehen, man muss nur anfangen.

Glaube aber niemand, das ein Auswandern leicht ist. Wobei es leichter sein kann im Ausland zu leben als sich in Deutschland wie ein Gefangener zu fühlen.

Mein Gedanke damals war, lieber arm in einem Land leben wo ich mich frei und glücklich fühle als in Deutschland wo ich mir wie ein Gefangener im falschen Film vor kam.

Irgendwas wird wird schon werden. So einfach geht man nicht unter. Positiv denken. Dann klappt das auch mit dem Auswandern! Rückkehr ausgeschlossen!

Liebe Grüße aus Uruguay

urulogo3

 

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Kommentare

Kommentare

14 Replies to “Fehlschlag oder wieder zurück!”

  1. Stephie

    Hola,

    genau so stelle ich mir das auch vor. Das Schlimmste aber dürfte sein, dass man die Lebensfreude und das entspannte Leben praktisch an der deutschen Grenze lassen muss. Tust du das nicht wird es definitiv noch schwerer und die Knüppel und Steine zwischen deinen Füßen nehmen kein Ende!!!
    Was meine Beweggründe waren, Deutschland zu verlassen könnt ihr gerne hier nachlesen http://www.leben-in-andalucia.de
    Liebe Grüße
    Stephie

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  2. Carsten Osterwald

    Hallo,
    Kompliment, toll geschrieben. Besonders beeindruckend fand ich die Gründe, warum lieber arm woanders als mit Geld hier.
    Exakt die gleichen (und viele mehr) Gründe finden sich auch in meinen “Beweggründen” auf meiner Seite: http://www.bindannraus.com
    Wenn ich erst mal weg bin, hoffe ich inständig, nicht zurück zu müssen.
    Aber man soll ja nie nie sagen 🙂

    Drücke Dir weiterhin die Daumen und allzeit:”Kopf hoch”

    Gruß
    Carsten

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